Theresa Hak Kyung Cha & Jimmy Robert
distinguish the limit from the edge

CCA Berlin lädt zur Buchvorstellung von distinguish the limit from the edge ein – einem Künstlerbuch, das einen generationenübergreifenden Dialog zwischen Theresa Hak Kyung Cha und Jimmy Robert präsentiert. Ihre Verbindung entsteht durch das Zusammenspiel von Text und Bild in ausgewählten Arbeiten aus Chas Œuvre und Roberts Praxis, die die formalen Strategien der Faltung teilen.

Die Veranstaltung findet im Untergeschoss von CCA Berlin statt und wird von einem Gespräch zwischen Jimmy Robert und Erin Honeycutt begleitet, in dem sie über den Einfluss von Theresa Hak Kyung Cha auf ihre Arbeit sowie über das Buch als Form des Dialogs sprechen.

Eintritt frei. Das Gespräch findet auf Englisch statt.
 

Theresa Hak Kyung Cha & Jimmy Robert, distinguish the limit from the edge, 2025. Courtesy Jimmy Robert und Book Works.

Roberts Arbeit nutzt Papier als skulpturales Material, wobei seine Hand mitunter sichtbar wird, während sie die Seite formt. Bei Cha ist die Falte ein zentrales Element ihrer Kompositionen, in denen Sprache durch Strategien visueller Poesie verwoben wird, wie in L’Image Concrete feuille L’Objet Abstrait (1976) und Untitled (après tu parti) (1976), die beide bislang unveröffentlicht waren. Die Möglichkeit, die Arbeiten übereinanderzulegen – hervorgehoben durch die spiralgebundene Doppelleiste des Buches und die rückseitigen Ausklappseiten – schafft eine Intimität, eine geteilte Sensibilität und eine Begegnung mit dem Körperlichen. Im Gespräch mit dem Herausgeber Jacob Korczynski bezieht sich Robert auf Fred Motens In The Break und sagt: „Plötzlich gerät die Zeit ins Stocken. Worte gelangen dort nicht hin. Und wenn Worte dort nicht hinkommen, was dann?“

distinguish the limit from the edge wurde von Book Works in Auftrag gegeben, von Jacob Korczynski herausgegeben und von Wolfe Hall gestaltet. Das Buch erscheint in Zusammenarbeit mit Participant Inc. und mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus sowie der Korea Arts Management Services, im Anschluss an die Ausstellung:

flipping through pages keeping a record of time: Theresa Hak Kyung Cha & Jimmy Robert, kuratiert von Jacob Korczynski bei Participant Inc., 6. September – 3. November 2024, unterstützt durch ein Curatorial Research Fellowship (Herbst 2020) der Andy Warhol Foundation for the Visual Arts.

Jimmy Robert wurde 1975 in Guadeloupe (Frankreich) geboren und lebt und arbeitet derzeit zwischen Paris und Berlin. 2020 war er Gegenstand einer Überblicksausstellung zur Mitte seiner Karriere bei Nottingham Contemporary, die 2021 im Museion in Bozen sowie im CRAC Occitanie in Sète gezeigt wurde. Zu seinen jüngeren Einzelausstellungen zählen Präsentationen im Moderna Museet in Malmö (2023), in der Kunsthalle Baden-Baden (2022), im Künstlerhaus Bremen (2022), im Hunterian in Glasgow (2021), in der Synagogue de Delme, Frankreich (2016), im Museum M in Leuven (2017), im Power Plant in Toronto (2013), im Museum of Contemporary Art in Chicago (2012) sowie im Jeu de Paume in Paris (2012). Roberts Performances wurden außerdem in der Tate Britain in London, im MoMA in New York und im Migros Museum in Zürich gezeigt.

Theresa Hak Kyung Cha wurde am 4. März 1951 in Busan, Südkorea, geboren. Ihre Familie blieb bis 1962 in Korea, bevor sie in die USA auswanderte, sich zunächst auf Hawai‘i niederließ und 1964 nach San Francisco zog. Nach dem Schulabschluss schrieb sich Cha kurzzeitig an der University of San Francisco ein und wechselte anschließend an die University of California in Berkeley, wo sie zehn Jahre lang studierte und vier Abschlüsse erwarb: einen B.A. in Vergleichender Literaturwissenschaft (1973), einen B.A. in Kunst (1975), einen M.A. in Kunst (1977) sowie einen M.F.A. in Kunst (1978). 1976 lebte Cha in Europa, studierte am Centre d’Études Américaines du Cinéma in Paris und hielt sich kurzzeitig in Amsterdam auf. Im August 1980 zog sie nach New York City. Dort arbeitete sie für Tanam Press, wo sie Dictéeproduzierte – ein buchförmiges Collagewerk aus Lyrik, gefundenen Texten und Bildern – und Apparatus, eine Anthologie zu Filmtheorie, herausgab. 1982 war Cha Artist-in-Residence am Nova Scotia College of Art and Design in Halifax. Am 5. November 1982 wurde sie in New York City ermordet.

Erin Honeycutt ist Autor*in und Buchmacher*in mit Sitz in Berlin, wo sie das Verlagsprojekt CUTT PRESS betreiben, das sich Pamphleten, Lyrik-Chapbooks, Künstlerbüchern und Reprints widmet. Erins Arbeit erforscht das materielle Leben der Sprache sowie die sich wandelnde Institution des Buches. Erin ist Autor*in von Dear Enheduanna (Ugly Duckling Presse, 2025) sowie von Night School, das demnächst bei MA BIBLIOTHÈQUE erscheint.