Éric Baudelaire
When Night Falls
Eröffnung: 11. Juni 2026, 18–21 Uhr
Éric Baudelaire, When Night Falls, 2026. Ausstellungsplakat. Gestaltet von Pierre-François Letué.
CCA Berlin freut sich, When Night Falls zu präsentieren, eine Einzelausstellung des französischen Künstlers Éric Baudelaire. Die Ausstellung zeigt erstmals eine gleichnamige Fünfkanal-Videoinstallation im Untergeschoss des Ausstellungsraums, ergänzt durch skulpturale Eingriffe im Erdgeschoss.
Die zentrale Videoarbeit entfaltet sich über fünf Bildschirme und folgt sieben scheinbar unverbundenen Orten — von Europas größter Blumenfarm bis zum Nationalen Institut für blinde Jugendliche in Paris. Baudelaire verwebt diese disparaten Schauplätze zu einer Meditation über Pracht und Grausamkeit des Zusammenlebens: ein Zeugnis der Schönheit und Absurdität dessen, wie wir leben, arbeiten und unser kollektives Dasein gestalten — in einem Moment, in dem die Grundlagen der Gesellschaft zunehmend brüchig erscheinen.
Die Ausstellung entlehnt ihren Titel Roland Barthes' letzter Vorlesungsreihe Wie zusammen leben (1977), in der er beobachtet: „Einander fremd zu sein ist unvermeidlich, ja notwendig und wünschenswert — außer wenn die Nacht hereinbricht." An dieser Schwelle ansetzend eröffnet die Arbeit einen Raum, um über die Bedingungen des Zusammenlebens nachzudenken — solche, die Differenz und Würde bewahren, während die Dunkelheit uns von allen Seiten umgibt.
Gefördert von Stiftung Kunstfonds und Trampoline Association.
Kurator*innen: Fabian Schöneich mit Nan Xi
Produktion: Franz Hempel
Gastkurator für Diskurs: Jakob Grüner
Éric Baudelaire (1973) ist ein Künstler und Filmemacher mit Sitz in Paris, Frankreich. Nach einem Studium der Politikwissenschaft etablierte sich Baudelaire als bildender Künstler mit einer forschungsbasierten Praxis, die Fotografie, Druckgrafik und Video umfasst. Seit 2010 ist der Film zum zentralen Element seiner Arbeit geworden. Seine Langfilme A Flower in the Mouth, Un film dramatique, Also Known as Jihadi, Letters to Max, The Ugly One sowie The Anabasis of May and Fusako Shigenobu, Masao Adachi and 27 Years Without Images wurden auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt (u. a. in Locarno, Toronto, New York, FID Marseille und Rotterdam). Im Ausstellungskontext sind Baudelaires Filme Teil umfangreicher Installationen, die Arbeiten auf Papier, Performance, Publikationen und Vermittlungsprogramme einschließen – so etwa in Après am Centre Pompidou in Paris sowie The Secession Sessions, das im Bétonsalon in Paris seinen Ausgang nahm und anschließend in der Bergen Kunsthall, dem Berkeley Art Museum und der Sharjah Biennial 12 zu sehen war. Monografische Ausstellungen wurden ihm u. a. im Witte de With [ehemals], Rotterdam, der Tabakalera, San Sebastián, dem Fridericianum, Kassel, dem Beirut Art Center, Gasworks, London, sowie dem Hammer Museum in Los Angeles ausgerichtet. Darüber hinaus nahm er an der Whitney Biennale 2017, der Yokohama Triennale 2014, der Mediacity Seoul 2014 sowie der Taipei Biennial 2012 teil. 2019 wurde Baudelaire mit einem Guggenheim Foundation Fellowship sowie dem Prix Marcel Duchamp ausgezeichnet.